Tambouren Buchs

 

Kontakt:   Stephan Niggli   079 328 49 45   praesidium@harmoniemusikbuchs.ch 

Die Harmoniemusik Buchs arbeitet mit den Tambouren der MG Küttigen-Biberstein zusammen:

 

Tambouren MG Küttigen-Biberstein und HM Buchs

Jugendfest Buchs 2015

  

Die Tambouren der MG Küttigen-Biberstein: 
Daniel Frei, Alain Hauenstein, Thomas Haus, Manuel Lorenço, Patrick Seiger, Adrian Suter, Roger Wehrli

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Organisation und Ansprechperson:  Daniel Frei  079 209 12 38  brigidani@bluewin.ch

Leitung: Rolf Schlebach und Daniel Frei

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Rolf Schlebach: Einer, der den Takt vorgibt

 

Hunderte von Tambouren sind durch Rolf Schlebachs Schule gegangen / Sechs Jahre dauert es, bis man wirklich trommeln kann. 

Trommeln sind Rolf Schlebachs Leidenschaft, das Trommeln sowieso. Hunderte von Tambouren sind durch seine Schule gegangen; andere haben sich von ihm ihre eigene Trommel bauen lassen. Werkstatt und Laden hat er 2004 zwar nach 30 Jahren verkauft. Doch getrommelt wird bei ihm noch immer, meist sitzen in seinem Übungsraum Kinder, die für die Basler Fasnacht üben. Schlebach selbst nimmt die Trommelstöcke nicht nur während der närrischen Tage in die Hand, sondern ganzjährig für Musikvereine, Blas- und Jugendorchester der Region.

"Ein bisschen Abwechslung" müsse sein, sagt der 53-Jährige, der eigentlich gar nicht prädestiniert war, zum Basler Trommelbauer und -experten zu werden. Denn die ersten Lebensjahre hat er mit seinen Eltern auf einem Rheinschiff verbracht; statt mit Spielkameraden zu toben, konnte er allenfalls mit seinem Dreirad durch den Laderaum düsen, aber auch nur dann, wenn dieser gerade mal leer war.

Als Rolf Schlebach ins Schulalter kam, zog er in ein Internat für die Kinder von Rheinschiffern in Kleinhüningen. So kurios das klingt: Im Büro des Schulleiters ist er als neugieriger Knirps zum ersten Mal in seinem Leben mit einer Trommel in Berührung gekommen. Die Fasnacht samt Tambouren war ihm bis dahin entgangen, obwohl der Sohn einer Baselbieterin und eines Holländers gebürtiger Basler ist. Erst als die Familie sesshaft wurde, begann Rolf Schlebach – damals zehnjährig – wie andere Kinder im Verein zu trommeln. Nach eineinhalb Jahren Übungszeit war er dann erstmals bei der Fasnacht aktiv dabei. Aus der damaligen Faszination wurde Leidenschaft, bald spielte er in zwei Cliquen mit, und weil er kein Geld hatte, seine Trommel in die Reparatur zu geben, hegte, pflegte und reparierte er sie selbst so erfolgreich, dass ihm bald auch andere Trommler Instrumente zum Reparieren brachten. Selbst seine Militärzeit nutzte Schlebach, um sich weiterzubilden. Danach machte er die Berufung zum Beruf und eröffnete 1977 Trommelgeschäft und -schule. "Am Anfang ist das ein hartes Brot gewesen", erinnert er sich heute. Er studierte in Privatstunden Musiktheorie und erwarb die Befugnis, auch Schüler der Musikschule zu unterrichten.

Aber selbst das war noch nicht genug. Bei Trommelwettbewerben, Tambouren- und Pfeiferfesten spielt er nicht nur selbst mit, er bereitet potenzielle Preisträger fürs Wettspielen vor oder sitzt in der Jury. Als Mitinitiant hat Schlebach zudem 2000 und 2006 große Tambouren- und Pfeiferfeste ans Rheinknie geholt. Dazu engagiert er sich bei der Basler Polizeimusik, der Rotstab-Clique in Liestal und der Kadettenmusik Aarau. Deshalb ist Schlebach so gut wie ausgebucht. Allenfalls Fortgeschrittene, die einen Wiedereinstieg wagen, oder Kinder, die Reinschnuppern wollen, haben noch eine Chance, von seinem Wissen zu profitieren. Denn: "35 Stunden Unterricht pro Woche sind mehr als genug."

Dass der Trommellehrer an seinen Schülern verzweifelt, kommt eher selten vor. Meist liegt es dann eher an deren Eltern, weil diese zu Hause nicht zum Üben anregen. Wie bei jedem Instrument sei Talent zwar eine Voraussetzung, so Schlebach, und eine gewisse motorische Geschicklichkeit sei auch gefragt. Doch noch mehr zähle der Wille durchzuhalten: "Zeit und Geduld muss man schon mitbringen."

In den ersten drei Jahren lernen die Tambouren die Grundlagen, erste Märsche und das Repertoire ihrer Vereine, aber erst nach weiteren drei Jahren können sie wirklich trommeln. Die Fasnachtszeit möchte Rolf Schlebach nicht missen – "sie macht mir sehr viel Freude" – , auch wenn es ihm längst nicht mehr genügt, die 30 bis 50 üblichen Märsche zu spielen, und er sich deshalb ganzjährig in diversen Orchestern einbringt. Doch gibt es auch Phasen, in denen der Musiker einfach nur Urlaub macht – auf dem Rhein: Ihm gehört ein alter niederländischer Schlepper, der ansonsten im Kleinhüninger Hafen liegt.

Veröffentlicht 02. März 2009 in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung von: Andrea Drescher.